Fürsorgerische Zwangsmassnahmen in Graubünden im 19./20. Jahrhundert

Mardi, 24. Octobre 2017
Rätisches Museum Chur

Welches waren die rechtlichen Vorschriften für die Anwendung fürsorgerischer Zwangsmassnahmen wie Anstaltsversorgungen oder Familienauflösungen in Graubünden?

«Heiligste Menschenrechte in bedenklicher Weise verletzt»
Fürsorgerische Zwangsmassnahmen in Graubünden im 19. und 20. Jahrhundert

Vortrag von Dr. Tanja Rietmann im Rätischen Museum Chur, 24. Oktober 2017, 20 Uhr

Ungenügend begründete Entmündigungsentscheide, die Nichtgewährleistung des rechtlichen Gehörs und verschleppte Anstaltsversorgungsverfahren. Solches kritisierte der sozialdemokratische Politiker und Anwalt Gaudenz Canova 1930 unmissverständlich als unzulässige Verstösse gegen die «heiligsten Menschenrechte». Eine Auftragsstudie des Kantons Graubünden untersucht solche Vorwürfe näher. Das Referat beleuchtet zentrale Ergebnisse der Studie und stellt sie in den Kontext aktueller Bestrebungen zur Aufarbeitung fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und zur Rehabilitation Betroffener in der Schweiz.

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